Kontaktlinsen oder Brille: Was ist besser bei der Arbeit?

Geprüft von: Dr. med. Erik Wölfel 25. November 2019, 09 Uhr Wissenswertes
Chemielaborant auf der Arbeit mit Brille

Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland leidet unter einem Sehfehler. Die Entscheidung zwischen Brille und Kontaktlinsen bei der Arbeit kann einen maßgeblichen Unterschied ausmachen, wie wohl man sich fühlt, welchen Gefahren die Augen ausgesetzt sind und auch wie gut man seiner Arbeit nachgehen kann. In diesem Artikel gehen wir auf die Vor- und Nachteile beider Sehhilfen bei unterschiedlichen Aufgabengebieten ein.

Kontaktlinsen oder Brille im Büro

Menschen, die im Büro oder viel am Computer arbeiten, leiden häufiger an trockenen Augen als Personen, die anderen Tätigkeiten nachgehen. Dies liegt daran, dass wir aufgrund des relativ starren Blickes auf den Bildschirm viel seltener blinzeln als es eigentlich notwendig ist.

Hinzu kommt die teilweise sehr trockene Umgebungsluft – im Sommer durch die Klimaanlage und im Winter durch die Heizung. Diese trockene Luft kann dazu führen, dass das Auge nicht mehr in der Lage ist, ausreichend Flüssigkeit zu produzieren. Maßnahmen wie häufiges Lüften, die Nutzung von Luftbefeuchtern und die zusätzliche Versorgung der Augen mit künstlichen Tränen können etwas zur Verbesserung der Situation beitragen. Kontaktlinsen erscheinen dann allerdings die weniger geeignete Lösung zur Korrektur der Fehlsichtigkeit, da Kontaktlinsen häufig die Trockenheit der Augen noch weiter fördern. Unabhängig von der tatsächlich vor dem PC verbrachten Zeit, sollten Kontaktlinsen nicht ohne Pause über einen längeren Zeitraum getragen werden. Viele Menschen, die im Büro arbeiten, tragen aus diesen Gründen häufig lieber ihre Brille als Kontaktlinsen. Dann allerdings schlagen unangenehme Begleiterscheinungen wie rutschende Brillengläser, unerwünschte Druckstellen auf der Nase und ästhetische Einschränkungen zu Buche. Entscheidet sich der Fehlsichtige dann komplett gegen eine Sehhilfe während der Arbeitszeit, ermüden je nach Sehfehler die Augen schnell und führen so zu Kopfschmerzen, Konzentrationsmangel und Erschöpfungserscheinungen.

Kontaktlinsen oder Brillen in Industrie und Handwerk

Bei Berufen in Industrie und Handwerk sind zudem gewisse Sicherheitsaspekte während der Arbeitszeit nicht zu vernachlässigen. Bei diesen Berufen besteht vor allem die Gefahr, dass Fremdkörper wie Metall- oder Holzsplitter oder chemische Substanzen in das Auge eintreten und so die Hornhaut verletzen. Auch Wasserdampf, Verätzungen, und schädliche Strahlung sind teilweise Ursachen für berufsbedingte Schädigungen am Auge.

In den meisten Fällen sind diese Unfälle durch das Tragen einer geeigneten Schutzbrille vermeidbar. Da diese teilweise nicht oder mit deutlichen Einschränkungen an Komfort zusätzlich zu einer notwendigen Korrekturbrille zu tragen ist, sind Kontaktlinsen zur Sehkraftkorrektur für viele Menschen am angenehmsten. Für sich betrachtet schützen diese das Auge jedoch nicht.

Schutzbrillen mit Sehkraftkorrektur sind daher für Fehlsichtige die am meisten zu empfehlende Alternative, wenngleich auch die teuerste. Da in vielen Positionen die Schutzbrille nicht während der gesamten Arbeitszeit getragen werden muss, kommt es dann zu einem ständigen Wechsel zwischen Schutzbrille mit geschliffenen Gläsern und der normalen Sehbrille.

Die Annahme, dass Brillen zur Sehkraftkorrektur das Auge schützen, ist also in vielen Fällen ein Irrtum. Genau auf die Anforderungen der Arbeit abgestimmte Schutzbrillen sind hier die beste Variante. 

Kontaktlinsen ermöglichen ein breiteres Sichtfeld als Brillen, da diese nicht durch Brillenränder begrenzt sind. Wenn also geschliffene Schutzbrillen keine Option sind, fällt die Entscheidung zwischen Brille und Kontaktlinsen sind daher meist auf letztere. Verträgt der Betroffene keine Kontaktlinsen setzt er sich und seine Gesundheit ernstzunehmenden Gefahren aus, wenn er aus Bequemlichkeits- oder Inkompatibilitätsgründen die Sehbrille abnimmt, um die Schutzbrille zu tragen.

Augenlasern: Die optimale Ausgangsposition

Durch eine refraktive Behandlung, sei es per Augenlaser oder mittels einer Linsenimplantation, wird die Entscheidung zwischen Kontaktlinsen oder Brille häufig überflüssig. Diese Lösung ist der optimale Ausgangspunkt für unterschiedliche Arbeits- und Sicherheitsaspekte, denn so kann den berufsspezifischen Erfordernissen umfassend Sorge getragen werden. Die LASIK ist die heute am meisten erprobte Augenlaser-Korrekturmethode und steht für optimale Behandlungsergebnisse und zügige Erholung der Augen. Mit der LASIK können Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und auch die Hornhautverkrümmung meist innerhalb kürzester Zeit behandelt werden.

Geprüft von: Dr. med. Erik Wölfel

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