Wie funktionieren optische Täuschungen?

Bereits im Jahr 350 v.Ch. beobachtete Aristóteles die berühmte „Wasserfall-Täuschung“. Nachdem Aristoteles längere Zeit einen Wasserfall beobachtete und dann den Blick auf die unbeweglichen Felsen nebenan richtete, schien es, als würden diese sich in gegengesetzter Richtung zur Fallrichtung des Wassers bewegen. Was damals zu Zweifeln an der Glaubwürdigkeit unserer Sinne führte, ist heute wissenschaftlich erforscht und trägt den Namen der Bewegungsillusion.
Die Bewegungsillusion ist nur eine von verschiedenen Arten der optischen Täuschung. Es gibt zahlreiche interessante Illustrationen, die uns optische Täuschungen wie die Relativität von Größen, Farben, Kontrasten oder auch von nicht vorhandenen, aber doch sichtbaren Objekten im wahrsten Sinne des Wortes vor Augen führen.

Aber warum ist es so einfach, unsere Augen zu täuschen?
Im Fall der Wasserfall-Täuschung sah Aristóteles sich bewegende Felsen, die aber tatsächlich unbeweglich waren. Wenn wir den Blick nach der Beobachtung des Wasserfalls auf die Felsen richten, versuchen unsere Augen eine neue Scharfeinstellung anzunehmen. Daraus entsteht die Illusion einer gegensätzlichen Bewegung. Unser Gehirn zieht schnell Schlüsse beim Erhalt einer Information, und manchmal täuscht es sich dabei.

Im ersten Schritt erfassen unsere Augen unsere Umwelt. Doch diese Eindrücke müssen erst vom Gehirn verarbeitet werden, um sie tatsächlich zu begreifen. Dabei spielen Erfahrungen eine wichtige Rolle. Das Gehirn versucht, die erhaltenen Informationen in Verbindung mit Erfahrungen zu setzen, wie unsere Welt im Allgemeinen aussieht.
Informationen des Auges verwandeln wir in räumliche Bilder. Diagonale Linien zum Beispiel schaffen eine perspektivische Darstellung, weil unser Gehirn sich so in einem dreidimensionalen Raum zurechtfindet. So zum Beispiel nehmen wir kleinere Dinge als weiter entfernt wahr. Je nach Kontext können jedoch durch diese Annahmen fehlerhafte Wahrnehmungen entstehen.

Kurz gesagt: Optische Täuschungen entstehen dann, wenn unser Gehirn einen Sehreiz aufgrund erlernter Annahmen falsch interpretiert. Nimmt man weitere Informationen hinzu oder lässt die irreführenden Elemente weg, lassen sich optischen Täuschungen häufig recht einfach entlarven. Doch dazu müssen wir wissen, welcher Teil der vom Auge übermittelnden Informationen mit den Annahmen unseres Gehirns in Konflikt steht.

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